Die DNA-Nachweistechnologie erlaubt die tierfreundliche, schnelle und zuverlässige Geschlechtsbestimmung monomorpher Vögel aus nur einer Feder.
1. Jeder Federkiel eines Vogels enthält eine gewisse Anzahl körpereigener Zellen des
Tieres. Jede dieser Zellen wiederum enthält, wie jede Körperzelle, die Erbinformation
des gesamten Tieres. Diese liegt im Zellkern in kompakter Form, gespeichert in
besonderen Einheiten (Chromosomen) vor. Die Erbinformation ist hier in einer
besonderen Struktur (DNA) „niedergeschrieben“, bei der ein Alphabet aus vier
Buchstaben Verwendung findet (Genetischer Code).
Siehe Abb. 1.
2. Die Erbinformation enthält, neben unzähligen anderen Informationen, auch die
Information über das Geschlecht des Vogels. Vögel besitzen, wie wir Menschen, sog.
Geschlechtschromosomen, welche alle für die Ausprägung der Geschlechtsmerkmale
notwendigen Informationen enthalten. Beim Menschen gibt es zwei Geschlechtschromosomen
X und Y), deren Kombination das Geschlecht bestimmt (XX für eine
Frau, XY für einen Mann). Ähnlich ist es bei den Vögeln. Deren Geschlechtschromosomen
heißen allerdings anders (W und Z) und bestimmen in anderer
Kombination das Geschlecht (WZ für Weibchen und ZZ für Männchen).
Siehe Abb. 2
3. Für die Untersuchung gewinnen wir geringe Mengen der Erbinformation aus dem
Federkiel und weisen mittels eines speziellen Verfahrens (PCR) bestimmte Teile der
Erbinformation nach, die sich auf den Geschlechtschromosomen befinden. Dabei
benutzen wir molekulare Werkzeuge, die nur einen bestimmten Teil der Erbinformation
hervorheben, indem sie Anfang und Ende dieses Informationsstückes erkennen (so als
wenn Sie in einem Buch einen bestimmten Satz durch Suchen nach dem ersten und
letzten Wort finden). Auf den zwei verschiedenen Geschlechtschromosomen
ist dieses Informationsstück (“Der Satz“) jedoch unterschiedlich lang.
Daher liefert das Verfahren für Weibchen ein anderes Ergebnis als für Männchen und
ermöglicht so eine Unterscheidung der Geschlechter.
Siehe Abb. 3


